
Für meinen Schneider CPC 464 hatte ich nicht viel Software. Ich kannte auch kaum jemanden der auch solch einen Rechner hatte. Deswegen gab es für mich zur Softwarebeschaffung nur die Möglichkeiten des selber kaufen – bei wenig Taschengeld ein echtes Problem – des selber schreiben oder des abtippen aus Zeitschriften. Gerade die Programmierung von Grafik hat mich sehr interessiert. Jedoch konnte ich da nur was in Basic machen. Zum Glück bietet das Schneider CPC Basic viele Befehle und ist sehr mächtig! Und dazu wurden viele Befehle aus dem Grafikbereich in der Anleitung sehr gut erklärt. So konnte ich schon 1985 mit Sinus und Cosinus Kreise und Ellipsen zeichnen. Ein Circle-Befehl gab es nicht – aber dadurch habe ich die trigonometrischen Funktionen in einer anderen Art und Weise gelernt – die ich selber auch heute noch viel verständlicher finde! Warum nicht den Einheitskreis nehmen? Mal schauen, wann meine Tochter es in der Schule hat.
Ich bin alle Grafikbefehle durchgegangen welche im Handbuch des CPCs erwähnt sind und wusste vom C64, dass anderes nur mit „Peek und Poke“ geht.
Und dann sah ich in einer Zeitschrift einen Missile Command Clone zum abtippen! Ein Spiel, welches ich vom Atari VCS her sehr mochte. Und as auf meinem CPC – und auch nicht zu viel zum schreiben. Aber ein paar Stunden sass ich dann doch dran!
Während des schreibens habe ich nicht sehr viel vom Programm verstanden. So gut waren meine Programmierkenntnisse noch nicht. Aber die Grafikbefehle habe ich sofort erkannt und analysiert. Leider habe ich wohl mehrere Tippfehler gemacht und das Programm hat nicht funktioniert. Jedoch hat es Grafiken angezeigt welche ich im Listing nicht erkannt habe! DAS war was komplett neues – und ich habe es zuerst nicht verstanden. Also nochmal das Listing anschauen. Und dann habe ich herausgefunden, wie die Grafiken erzeugt wurden: mit einem umdefinieren des Zeichensatzes! Und das mit dem Basic-Befehl Symbol, welches mir vorab vollkommen unbekannt war. Lider verstand ich zu diesem Zeitpunkt nicht wie die Zeichen sinnvoll definiert werden konnten. Binärsystem war mir noch Fremd. So konnte ich nur probieren um herauszufinden was passiert. Aber das war mir alles vollkommen unklar.
Auf der Kassette, die dem CPC als Demo beilag, war auch ein Programm dabei mit dem man 8*8 Grafiken erstellen konnte. 8*8 – die Größe eines Zeichens. Leider war das Programm, wie die anderen auf der Kassette, Listinggeschützt. Das ging indem man das Basic-Programm mit save“name“,p (XXX Nachschauen) gespeichert hat. Ein einfacher aber nicht effektiver Schutz. In einer Zeitschrift sah ich ein kurzes Listing zum umgehen dieses Schutzes. Das habe ich dann auch bei allen Demos angewendet. Und bei diesem 8*8 Editor festgestellt das der die Werte für den Symbol Befehl der Zeichen berechnet. Nun habe ich das Programm etwas abgeändert, so dass ich die Werte selber sehen konnte. Heute frage ich mich: WARUM konnte man das nicht schon damals – es wäre ein tolles einfaches Tool gewesen, welches sie gleich mitgeliefert hätten. Das hätte sicherlich nicht nur mir viel gebracht. Auch die Beispielprogramme wären für Anfänger sicherlich gute Beispiele gewesen. Warum muss man sie schützen – wenn sie jeder Besitzer bekommt?
War das eigentlich eine Sache der Firma Schneider, welche die Amstrad CPCs in Deutschland vertrieben haben, oder etwas direkt von Amstrad?
Bücher über die Geschichte des Schneider CPCs kenne ich, leider, keine. Nur welche über Amstrad, in denen Schneider nur Randnotizen sind ….




Listings waren auch für mich ein ganz großes Thema, als ich als Kind einen CPC hatte. Ich hielt mich damals für einen schnellen Abtipper, auch Hex-Listings von Spielelistings habe ich gerne abgetippt (Hauptsache, ohne lästige „&“-Zeichen, aber mit Prüfsummen), immer in Vorfreude auf das, was das Maschinensprache-Programm dann auf den Bildschirm zaubern würde. Der Lerneffekt war bei solchen Maschinencode-Listings natürlich gleich Null. 😉 Das längste Nicht-Spielelisting, das ich jemals in den CPC eingegeben habe, war das DTP-Programm „Artworx“ aus der CPC International 11/1988.
Zu deiner Frage zum Welcome-Tape bzw. der Demonstrations-Kassette: „War das eigentlich eine Sache der Firma Schneider, welche die Amstrad CPCs in Deutschland vertrieben haben, oder etwas direkt von Amstrad?“
Soweit ich weiß, wurden die Demonstrationsprogramme bei Amstrad von Roland Perry programmiert (einem der Väter des CPCs). Für die deutschsprachige Fassung der Demo-Kassette wurde, abgesehen von den übersetzten Texten, das vom ersten Programm gezeichnete „AMSTRAD“-Logo durch das „Schneider“-Logo ersetzt. Vermutlich zeichnet (höhö …) auch für diese Anpassung Roland Perry verantwortlich.
Der „Missile-Command“-Klon, den du erwähnst: Kann es sein, dass es das Spiel „Stadt“ war, aus der CPC International 1/1986?
https://archive.org/details/11_Schneider_CPC_International_1986-01/page/40/mode/2up
Hallo,
ja, das ist das Spiel – Besten Dank 🙂
Würde auch gerne mehr über die Beziehung Schneider Amstrad erfahren. Aus Amstrads Sicht steht ja was in Alan Sugars Biographie. Aber wie es aus Schneiders sicht ist habe ich wenig gefunden.
Bin einfach ein CPC Fan.
Axel