
Anfang der 90er gab es sehr viele verschiedene VGA Grafikkarten. Die meisten konnten einfach nur das Bild darstellen – mehr war auch bei Spielen in der Zeit nicht gefragt. Das bedeutet: wenn man eine Linie zeichnen möchte, dann muss der Prozessor jeden Punkt der Linie berechnen und an die Grafikkarte schicken – dies benötigt aber auch sehr viele Einzelrechnungen. Das gleiche gilt auch für das Zeichnen von Kreisen und Polygonen. Das ist auch ein Grund weswegen 3D Spiele auf 8 Bit Rechnern, wie z.B. Elite, meistens nur ein einfaches Drahtmodell gezeichnet haben. Texas Instruments war sich schon Mitte der 80er Jahren dieses Problem bewusst und hat einen eigenen Grafikprozessor entwickelt – den TMS34010. Dieser konnte 1986 nicht nur schon schnell Linien und Kreise zeichnen, er hatte auch einen eigenen RISC Prozessor integriert – das was man heute eine GPU nennen würde!
Verwendet wurde dieser Chip vor allem im CAD Bereich, aber auch in Spielautomaten wie Mortal Kombat!
Die Deutsche Firma Spea Software stellte Anfang der 90er als Grafikkarten für den gehobenen und CAD Bereich her. Eine dieser Karten war die SPEA Graphiti FGA 860.4/HE aus dem Jahr 1992 mit dem Nachfolgeprozessor des oben genannten, den TMS34020. Beide Prozessoren wurden auch auch der TIGA (Texas Instruments Graphics Architecture) Standard genannt. Jedoch fehlte diesem Standard eine direkte Anbindung an das Bios der damaligen PC’s weswegen viele Karten zusätzlich eine VGA Einheit mit eigenem Video Ram hatten – in diesem Fall Headland HT208 mit 1 MiB VRAM. Dazu gesellen sich noch 2 MiB RAM für die TMS34020. 2 MiB Arbeitsspeicher waren 1992 vielleicht gerade so Standard – aber nicht bei Grafikkarten! Die Karten mit TIGA brauchten aber spezielle Software – heute nutzt man Treiber unter Windows welche die Software dann ausnutzen können. Früher musste für jede Art von Software eigene Treiber bereit gestellt werden, ob für das damalige Windows, für AutoCAD oder für OS/2. Spiele waren da einfach außen vor.
Solch eine Karte war damals ein großer Traum von mir, der aber erst wesentlich später in Erfüllung ging – zu einer Zeit in der sie schon längst veraltet waren.



